Wanderung um die Seiser Alm.

Compatsch über die Schlernhäuser, Tierser Alphaus und Molignonpass machen

Das Wahrzeichen Südtirols: Zu den eindruckvollsten Bergen der Dolomiten gehört der Schlern mit seinem unverwechselbaren Profil, am Westrand der Seiser Alm mit ihre grünen und sanft gewellten Wiesen. Der zentrale Punkt, von der die meisten Wanderungen ausgehen, ist Compatsch (1844 m), ein bewachter Parkplatz mit Bushaltestelle. An manchen Tagen stehen hier 2000 Autos. Man hat den Eindruck,  auf einem Jahrmarkt zu sein und nicht auf einer verträumten Alm.

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Unser Weg geht die Fahrstraße hinauf zum Panorama Hotel (2009 m)   ca. 45 Min. Das Hotel macht seinem Namen alle Ehre. Von hier hat man einen Rundblick, der uns nicht mehr aus dem Kopf geht. Rechts der gewaltige Schlern mit dem Kamm der Roßzähne, die Marmolada mit Lang- u. Plattkofel sowie ein Teil der Sella. Wir hatten gutes Wetter und so sahen wir im Norden die Ötztaler- und Ortlergruppe mit ihren vereisten Gipfeln und wir mitten drin. Unser Tagesziel waren die Schlernhäuser (2457 m). Unser Weg führt leicht ansteigend an der Laurin Hütte vorbei. Über einen Holzbohlensteig überqueren wir eine sehr nasse Almwiese und sind mitten im Naturpark Schlern, in dem noch Eisenhut, Roter Steinbrech und  Enzian blühen. Ab hier geht der Steig parallel zum Bachlauf mit einem Höhenverlust von ca. 290 m zur Saltnerhütte, eine sehr urige und alte Hütte. Wunderschön gelegen. Ab dem Verlust der Höhe sind auf einmal auch weniger Wanderer unterwegs, es ist viel ruhiger geworden. Nun gehen wir über dem Tschapitbach nach rechts und kommen auf den Touristensteig, der uns zu den Schlernhäusern führen soll. Bis hier ca. 2 Std. Nun liegen 740 Höhenmeter vor uns. Im Anfang geht es durch einen Hochwald, durch ausgetrocknete Bachläufe über leichten Fels und in Serpentinen, zum Schluss steil, hinauf zu der grasbedeckten Hochfläche des Schlern. Nur noch wenige Höhenmeter und wir sind an den Schlernhäusern (2457 m), in denen  wir übernachten. Im Anstieg hatten wir eine Fernsicht die noch gewaltiger ist, als schon am Panorama Hotel beschrieben.

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         Aus unserem Tourenbuch: Freitag den 17.08.02 Wir wollten eine Hüttentour von Compatsch über die Schlernhäuser zum  Tierser Alphaus machen, 1. Tag, dann am 2. Tag über den Molignonpass, Grasleitenkessel auf den Passo de Principe, Antermoia Pass zur Hütte weiter über den Dona Pass ins Duron Tal und zurück zum Tierser Alphaus am 3. Tag, über Duron Pass nach Compatsch. Aber wie so oft, man plant und hofft, das Wetter hält. Denn das Wetter schlägt innerhalb von Minuten um. Gerade noch 25 Grad, herrlicher Sonnenschein, dann Regen Gewitter, Hagel, kurz gesagt ein Unwetter wie wir es noch nicht erlebt hatten. Wir waren zu dem Zeitpunkt auf dem Touristensteig ca. 2000 m hoch. Was sollten wir machen, umkehren oder weiter? Wir entschieden uns für das letztere . Schnell die Regensachen an und weiter. Die Abstände zwischen Blitz und Donner wurden immer kürzer bis beides gleichzeitig war. Es war ein beängstigendes Gefühl. Hagel größer als Erbsen und die Sicht kaum 10 Meter. Jetzt hieß es durchhalten und hinauf zur trockenen Hütte. Die ausgetrockneten Bachbetten waren Sturzbäche das Wasser lief in unsere Schuhe. Bei diesem Wetter hilft auch kein Goretex. Wir waren einfach durch und durch nass. Diese Situation war eine Grenzerfahrung für uns, Tonga kam schutzsuchend in unsere Nähe. Nach 1,5  h, das Wetter änderte sich nicht, kamen wir durchnässt zu den Schlernhäusern mit der Hoffnung, noch zum Tierser Alphaus zu kommen. Aber das Wetter hatte sich wohl festgesetzt  und wütete bis zum nächsten Morgen, so dass wir hier übernachten mussten .